Geschichte des Melatenfriedhofs

Die Geschichte des Melatenfriedhofs beginnt eigentlich schon sehr lange vor seiner Einweihung als Begrägnisstätte durch Michael Joseph Dumont im Jahre 1810.
Denn bereits im 12. Jahrhundert n. Chr. wurde ein Teil des heutigen Friedhofsgeländes als Leprosenheim vor den Toren der Stadt genutzt. Der Name des Friedhofs rührt aus der Zeit der französischen Besatzung unter Napoleon gegen Ende des 18. Jahrhunderts her. Melaten wurde vom französischen Wort "malade" abgeleitet, das krank bedeutet. Die Leprakranken, die im 12 Jh. auf diesem Gelände lebten, waren der Grund für die Benennung des Friedhofs. Damals durften sie nur noch gelegentlich zum Betteln in die Stadt und wenn sie reingelassen wurden, musste ihnen immer ein Schellenknecht zur Warnung der Gesunden voran gehen. Zur Erinnerung an diese Zeit steht heute noch eine Statue von einem Schellenknecht auf dem Friedhof. Gegen Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Melaten als Hinrichtungsstätte verwendet. 1529 wurden die beiden Protestanten Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach auf Melaten verbrannt. Im 17. Jahrhundert, der Zeit der Inquisition, wurden ungefähr 30 Frauen als Hexen hingerichtet. 1797 schließlich war Peter Eick, ein Kirchenräuber, das letzte Opfer der Hinrichtungsstätte "Melaten" .

Zu dieser Zeit hatte Napoleon bereits Köln mit seinem Heer besetzt und er erließ 1804 das "Décret sur les sépultures", welches Beerdigungen innerhalb der Stadtmauern, wie bis dahin üblich, verbot. Daher wurde die ehemalige Leprosenstätte - die Lepra war in Deutschland fast ausgerottet - in einen Friedhof umgewandelt. Die offizielle Einweihung erfolgte schließlich 1810 durch den Dompfarrer Michael Joseph Dumont. Seit 1829 ist der Friedhof auch für Protestanten und Juden zugänglich, nachdem er vorher für diese Bevölkerungsgruppen gesperrt gewesen war und diese eigene Friedhöfe gehabt hatten. Der Melatenfriedhof ist als einer der größten Zentralfriedhöfe Deutschlands für seine schönen, berühmten und teilweise auch sehr alten Grabmäler bekannt, die aus vielen Kunstepochen stammen. Das sind jedoch meist die Gräber einst reicher und berühmter Personen, weil die Armengräber nach 15 Jahren neu belegt wurden. Die Gräber, die bis heute erhalten geblieben sind, was zumeist den seit 1981 möglichen Patenschaften zu verdanken ist, gehören zu den reichen Leuten, die auch prächtige Grabsteine haben. Einige der berühmten Personen sind z.B. Nicolaus August Otto (1832-1891), der den Viertaktmotor erfand oder die Familie Farina, die in Köln durch das Parfüm 4711 Berühmtheit erlangte. Auch die Geschichte der Stadt hatte großen Einfluss auf den Friedhof. In den 2 Weltkriegen wurde der Melatenfriedhof mehrfach zerstört und ohne die französische Besatzung unter Napoleon wäre er vielleicht nie gegründet worden. Auch Denkmäler für Gefallene in verschiedenen Kriegen stehen auf Melaten, um an diese zu erinnern. Der Melatenfriedhof soll aber nicht nur ein Ort der Trauer und des Gedenkens sein; er war von Anfang an auch als Grünanlage und Erholungsplatz geplant. Als Landschaftsschutzgebiet mitten in der heutigen Stadt hat der Friedhof auch eine Bedeutung als Ort der Ruhe und Besinnung, den auch viele Leute zum Entspannen nutzen.


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