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Netdaystagebuch 2001 des Georg-Büchner-Gymnasiums

Klasse 9a - Kunst

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Bei der Beschäftigung mit der diesjährigen Biennale in Venedig "Plateaus der Menschheit" entstand die Idee, meiner Klasse 9a die dort vertretenen europäischen Künstler vorzustellen, denn leider habe ich immer wieder festgestellt, dass gerade das Wissen über zeitgenössische KünstlerInnen bei SchülerInnen sehr gering ist.
Bei dem einführenden Unterrichtsgespräch wurde darüberhinaus deutlich, dass den meisten auch die Existenz der Biennale völlig unbekannt war. Die ausgezeichnete Dokumentation in verschiedenen Kunstpublikationen ( u.a. Kunstforum und Art) , die außerdem im Internet vertreten sind, legte es nahe, dieses Projekt mit Hilfe der neuen Medien durchzuführen ( ...wenn ich auch als Kunstlehrerin immer den sinnlichen Eindruck der "echten" Ausstellung vorziehen würde - zu einer Exkursion nach Venedig reichen die Mittel nunmal leider nicht...) Mir war bewusst, dass das Niveau der Arbeiten sowie auch der Begleittexte sicherlich eine Schwierigkeit für SchülerInnen der Jahrgangsstufe darstellen würde - aber, nach dem bekannten Motto : "Kunst ist schön - macht aber viel Arbeit" - haben wir uns gemeinsam bemüht zu klären, was denn nun die einzelnen KünstlerInnen tun und erreichen wollen. Wie erwartet war die Resonanz auf die künstlerischen Arbeiten sehr unterschiedlich und wird von den SchülerInnen auch durchaus kritisch formuliert. Da ein Schüler der Klasse aber selber auf der Biennale gewesen ist und doch sehr beeindruckt von einzelnen Projekten zu erzählen wusste, stieg die Bereitschaft, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, außerdem waren viele Arbeiten zwar fremdartig aber trotzdem so spannend - oder auch besonders ästhetisch-, dass einige der SchülerInnen positive Eindrücke gewonnen haben, obwohl sicherlich nicht in jedem Fall von einem intelektuellen Verständnis der Arbeiten ausgegangen werden kann. Dies war mir auch zunächst einmal gar nicht so wichtig, ich wollte vor allem ihre Neugier auf diese neue Art von Kunst wecken. Beim Arbeiten im Internet wurde an der Anzahl der Einträge zusätzlich deutlich, wie bekannt und wichtig einige der KünstlerInnen mittlerweile sind, so dass es auch nicht mehr so einfach war, das Gesehene als "Quatsch" - oder "- das ist doch gar keine Kunst-" abzutuen. Wenn also für einige SchülerInnen nun der Weg geöffnet ist, sich über neue Kunst zu informieren, weil man einige wichtige Adressen und KünstlerInnen kennengelernt hat, so ist das Ziel dieser kleinen Unterrichtsreihe schon erreicht, und wenn ihre Arbeit dazu beiträgt, dass auch weitere jugendliche Benutzer Interesse entwickeln, - um so besser...


Imke Toksoez