Vor dem KAB-Haus in der Bernhard-Letterhaus-Straße an der Ecke zur Nikolaus-Groß-Straße findet man die folgende Gedenktafel an Otto Müller, Bernhard Letterhaus und Nikolaus Groß :
Der Widerstandskreis im Kölner Kettelerhaus

Das Kölner Kettelerhaus war die Zentrale der katholischen Arbeitnehmerbewegung KAB in der heutigen Bernhard-Letterhaus-Straße. Die KAB konnte sich der allgemeinen Gleichschaltung entziehen und z.B. durch Glaubensfahrten die eigene geistige Orientierung offen zum Ausdruck bringen.
Es entstand aber auch ein geheimer Gesprächszirkel, der sich mit dem Ende der NS-Diktatur beschäftigte. Einer der Teilnehmer, der Dominikanerprovinzial Laurentius Siemer, meinte, dass nach dem Ende des Nazionalsozialismus man sich dem Christentum zuwenden solle. Er wollte während der Hitlerzeit die Menschen über ihre Pflichten des Christentums aufklären, um die Menschen auf die Situation nach dem Ende des Nazionalsozialismus vorzubereiten. Er erhoffte einen Umsturz durch einen Volksaufstand, da er in den ostelbischen Junkern ebensowenig eine Rettung sah, wie durch einen Putsch der Generäle. Alle warteten auf ihre Chance auf eine Neuordung nach dem Tod Hitlers.

Einzelne Teilnehmer dieses Kreises in Köln, zum Beispiel Otto Müller, Bernhard Letterhaus und Nikolaus Groß hatten Kontakte zum Berliner Kreis um Carl Goerdeler . Diese befürworteten nicht nur den Tod Hitlers, sondern schmiedeten dafür auch Pläne. Am 28. Mai 1944 sollen Letterhaus und Groß ein Gespräch mit einen Journalisten über ein geplantes Attentat auf Hitler geführt haben. Im Falle eines Umsturzes wollte der Kölner Kreis eine neue Reichsführung unter Einbezug von Personen des rheinischen Katholizismus unterstützen.