Synagoge am Reischplatz

Am Reischplatz in Köln - Deutz befand sich ehemals eine Synagoge (--> historisches Bild aus dem Inneren - 40 Kbyte) und eine Religionsschule. Die jüdische Gemeinde in Deutz hatte eine lange Tradition. Als die Juden im Mittelalter aus Köln vertrieben wurden (an diese längst vergangene Zeit erinnern heute noch die Reste des jüdischen Kultbades vor dem Rathaus und die "Judengasse" daneben), fanden viele im benachbarten Deutz eine neue Heimat. Die alte Synagoge wurde 1786 von einem Eisgang zerstört. Sie wurde zwar an gleicher Stelle wieder aufgebaut, musste 1914 aber dem Bau der Deutz-Kölner Brücke weichen. 1915 entstand dann am Reischplatz die neue Synagoge und die jüdische Religionsschule der Deutzer Gemeinde. Sowohl die Synagoge als auch die Religionsschule wurden von den Nationalsozialisten beim Pogrom am 9.November 1938 verwüstet. In dieser Nacht wurden fast alle jüdische Geschäfte, Wohnungen und andere Gebäude in ganz Deutschland angezündet und zerstört. Davon blieben auch die jüdischen Einrichtungen in Deutz nicht verschont. Die Gebäude wurden sehr schwer beschädigt, aber nicht vollständig zerstört.
Prediger und Religionslehrer war von 1908 - 1939 Dr Julius Simons. Er wurde 1944 in Auschwitz ermordet.

Im veränderten Nachkriegsbau befindet sich heute die Deutzer Polizei. Neben dem Eingang zur Polizeiwache (auf dem Bild ganz links) ist in ca 3m Höhe (soll das keiner lesen oder fürchtet man rechtsradikale Übergriffe ?) eine Gedenktafel angebracht. Der Orginaltext der Gedenktafel (siehe auch Bild ganz oben) lautet: " Im Jahre 1915 wurde anlässlich des Brückenbaues die nach dem grossen Eisgang des Jahres 1786 an der Freiheit wieder aufgebaute Deutzer Synagoge an diese Stelle verlegt. Am 9.11.1938 wurde die Synagoge ebenso wie die mit ihr verbundene Religionsschule zerstört."

Wissenswertes über Synagogen findet ihr z.B. bei : http://www.payer.de/judentum/jud506.htm

Recherche : Chi-Wah Yeung, Daniel Reiser und Wolfgang Sörries