die Gedenktafel "Nationalkomitee freies Deutschland"

Vom Haus Sülzgürtel Nr. 8 aus or-
ganisierte im Herbst 1944 die Kölner
Gruppe des "Nationalkomitees frei-
es Deutschland den Widerstand
gegen das Naziregime. Sie wollte
dazu beitragen, den Krieg zu been-
den und einen demokratischen Wie-
deraufbau in Deutschland zu ermög-
lichen. Zu dieser grössten und brei-
testen Widerstandsgruppe während
des Krieges gehörten Kommunisten,
Sozialdemokraten und parteilose
NS-Gegner. Am 24. November 1944
verhaftete die Gestapo in diesem
Haus die Leitung des Komitees und
nahm später insgesamt 59 Mit-
glieder fest.
Engelbert Brinker, Johannes
Kerp, Max Neugebauer, Otto
Richter, Kurt Stahl und Wil-
helm Tollmann wurden von
der Gestapo zu Tode gefoltert.

Die Gedenktafel hängt am Sülzgürtel rechts neben der Haustüre auf einem Sockel. Die Tafel ist 40-50 cm lang und 20-30 cm breit und besteht aus Messing. Ihre Schrift ist schon sehr verblasst und die ersten Zeilen sind schwer zu lesen, wenn man direkt davor steht.

Zur Geschichte:
Nachdem Josef Stalin einen Appell an das deutsche Volk richtete, wird am 12./13. Juli 1943 das Nationalkomitee "Freies Deutschland"(NKDF) gegründet. In einem Manifest forderten die Unterzeichner zum Widerstand gegen Hitler, zur Beseitigung des Nazi-Regimes und zu einer Friedensverhandlung auf. Die Mitglieder waren überwiegend deutsche Emigranten und Offiziere(W. Pieck, W. Ulbricht, E. Weinert, J.R. Becher, T. Plivier). Hauptforderungen waren die "Beseitigung aller auf Völker- oder Rassenhass beruhende Gesetze", die "Wiederherstellung der politischen Rechte und sozialen Errungenschaften" und die "Freiheit des Wortes, der Presse, der Organisation, des Gewissens und der Religion".
Als Ergänzung zu dieser Organisation gründete sich im folgenden September im Kriegsgefangenenlager Lunjowo der "Bund deutscher Offiziere"(BdO), der in seinen Zielen mit dem Nationalkomitee übereinstimmte. Beide Organisationen gaben zusammen das Wochenblatt "Freies Deutschland" heraus. An der Spitze der Organisation stand General Walther von Seydlitz-Kurzbach. Der Vorsitzender beider Organisationen wurde E. Weinert. Auch der Chef der bei Stalingrad geschlagenen 6.Armee des deutschen Heeres, Friedrich Paulus, arbeitete in den neuen Widerstandsbewegungen gegen Hitler mit.
Im November 1945 wurde dann das Nationalkomitee aufgelöst. Die meisten Mitglieder erhielten wichtige politische und militärische Funktionen in der Sowjetischen Besatzungszone(SBZ) bzw. DDR.
Ausser dieser Gedenkstätte in Köln gibt es noch eine Stätte im Berliner Tiergarten. Ausserdem wurde ein Film: "Man nannte sie Verräter" ,1989, darüber gedreht.

Autoren: Katrin Lutz, Vanessa Schimanski
Josef Stalin
Manifest
General Walther von Seydlitz-Kurzbach