Synagoge in der Körnerstr. 93

Wie der Inschrift zu entnehmen ist, wurde diese jüdische Synagoge 1927 nach Entwürfen des Architekten Robert Stern erbaut. Verbunden mit ihr war eine Religionsschule für Jungen und Mädchen. Zerstört wurde sie in der Reichspogromnacht vom 9. November auf den 10. November 1938. Hinzuweisen ist, dass die Dokumentation "Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus" (Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995) die Inschrift so zitiert als sei die Synagoge am 9.11.38 zerstört worden.

Unmittelbar neben dem Standort der zerstörten Synagoge wurde während des Krieges 1942/43 ein Schutzbunker gebaut, an dem sich die obige blaue Gedenktafel befindet und der heute immer noch besteht. Ab Ende des Krieges wurde dieser Bunker bis 1955 als Notunterkunft für Wohnungssuchende genutzt. Danach gab es jedoch keine weitere Verwendung mehr für ihn, wodurch er mit der Zeit verfiel. Die letzte Instandsetzung fand 1983/84 statt. Seit dem dient der Bunker nur noch als Raum für Theater und Ausstellungen der Initiative "Gestaltwechsel", die den Bunker in eine Gedenkstätte des Pogroms gegen die Juden umgestalten will.

Zitat aus der oben genannten Dokumentation:
"Der Architekt Prof. Zamp Kelm hat einen Aufbau als Erweiterung des Bunkers entworfen, so dass der gesamte Bau nach seinem "Gestaltwechsel" sowohl künstlerische, dokumentarische und politische Nutzung ermöglicht als auch einen geplanten internationalen Kindergarten und Wohnräume unterbringen kann.


Seit 1995 steht dieses Gebäude unter Denkmalschutz.


Bei unseren Recherchen stießen wir auf die weitere Geschichte dieses Grundstücks (nach einem Grundbuchauszug Band 160, Blatt 5664) :

1921 Eigentümer Peter Winkels, Verkauf an Ehrenfelder Synagogengemeinde

1942 Abgabe an Johann (Hans) Peters, Kaufmann, Maastrichter Str 41, Preis 21500 Mark

1948 entzogen

1950 zurück an jüdische Gemeinde

1953 abgeschlossen Jewish Trust Cooperation for Germany

1954 an Stadt verkauft


Recherche: Denis Supica; Alexander Gerhard
nebenstehendes Foto: El-De-Haus