Benedikt Schmittmann

Am Rathausturm erinnert eine Skulptur ( Nordseite; 2.Reihe von oben 2.von rechts) an Benedikt Schmittmann . Er wurde 1872 in Düsseldorf geboren und war Professor für Sozialwissenschaften an der Kölner Universität. Nachdem die Nationalsozialisten die Macht ergriffen, nahmen sie den angesehenen Verfechter der katholischen Soziallehre in 'Schutzhaft' und misshandelten ihn. Zudem verlor er auch seinen Lehrstuhl an der Universität. Nach dem Kriegsausbruch wurde Benedikt Schmittmann erneut verhaftet und dann am 8. September 1939 in das KZ Sachsenhausen überstellt. An den dortigen Misshandlungen verstarb Benedikt Schmittmann am 13. September 1939. Nach ihm ist heute eine Straße in Lindenthal benannt. Zudem gibt es eine Gedenktafel in St. Severin.

Unsere Jahrgangsstufensprecherin Lisa Hoffmann hat noch einen besonderen Artikel über B. Schmittmann verfasst, da er ihr Großonkel war.



Schmittmann und die Gestapo
Datum Ort Ereignis
28.3.1935 Düsseldorf Polizeistelle Düsseldorf: Schmittman steht unter dem Verdacht, sich für den Zusammenschluß zweier Vereine einzusetzen und diese illeagal arbeiten zu lassen. Er wurde aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen.
22.1.1936 Essen Außendienststelle Essen an die Gestapo Düsseldorf: Durch einen Spion der bei S. mit anderen Personen zu Gast war haben wir erfahren, dass dieser sich wieder für eine katholische Organisation einsetzt. er traf sich mit ehemaligen Funktionären und besprach für die nächste Zeit geplante Akrionen und wie die Mitglieder in nächster Zeit vorgehen sollten.
Juli 1936 Köln Schmittmann zeigt an, dass der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung das gegen ihn eingeleitete Dienstverfahren eingestellt hat.
13.9.1939 Sachsenhausen Tod von Benedkt Schmittmann. Offiziell starb er an einem Herzschlag im KZ Sachsenhausen.
13.9.1939 19.35Uhr Sachsenhausen Gestapo Düsseldorf wird vom Tod Schmittmanns im KZ unterrichtet.
13.9.1939 Köln Auskunft der Gestapo Düsseldorf über den Tod Schmittmanns: Gestapo in Köln liegt eine für die Presse vorgesehen Todedsanzeige vor, welche besagt ,dass S. weit weg von der Heimat gestorben sei und immer ein Kämnpfer für das deutsche Volk gewesen sei. Die Gestapo in Düsseldorf gibt heraus, dass Schmittmann am 1. September inhaftiert wurde und am 9. September "am Herzschlag" gestorben ist. Die Todesanzeige wird vorerst erlaubt.
21.9.1939 Düsseldorf Druck von Todesanzeigen für Schmittmann in den Zeitungen wird verboten!
29.9.1939 Düsseldorf Erstattung der Kosten, welche für die abbestellte Anzeige anfielen! Schmittmann's Frau wird gebeten, das Geld an die Zeitung zu überweisen.
13.10.1939 Essen Von der Gestapo notierte Gerüchte über den Tod Schmittmann's: In den Kreisen der Anhänger der Organisation "Heimat und Volk" ist man sich nicht sicher ob S. wirklich am Herzschlag gestorben sei. Dagegen sprächen Eisenbänder, mit welchen sein Sarg verschlossen war. (Es wurde versucht diese mit Kränzen zu verstecken). Außerdem erzählt man sich, dass der Aufseher, als Frau Schmittmann sich nach den letzten Stunden ihres Mannes erkundigte, eine sonderbar gestotterte Geschichte vorbrachte.

Quelle: Widerstand und Verfolgung in Köln 1933-45, Ausstellungskatalog, Köln 1974

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