Köln-Messe

"Messegebäude, / Messegelände und der anschließende Bereich / bis hin / zum Tanzbrunnen waren / während des Zweiten Welt- / krieges ein zentraler Ort / der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Köln. / Hier befand sich eine Reihe von / Lagern: Ein Außenlager des / KZ-Buchenwald, Lager für / Kriegsgefangene sowie Zwangs- / arbeiterinnen und Zwangsarbeiter, / ein Sonderlager der Gestapo für deutsche und ausländische / Häftlinge. Von hier aus gingen / die Transporte in die Konzen- / trationslager ab, und 1940 wurden Sinti und Roma sowie zwischen 1941 und 1944 Juden deportiert. / Hunderte kamen in den Lagern und / bei Arbeitseinsätzen ums Leben. Tausende - / Männer, Frauen und Kinder - wurden von hier / aus in den Tod geschickt."

Zur Erinnerung der verschiedenen Lager, der Häftlinge und der Ermordeten dient die Gedenkplatte der Deutzer Messe, die am 26. Januar 1993 auf der Höhe des Messeturms an der Rheinuferpromenade enthüllt wurde. Der lange Text beschreibt die Bedeutung der Deutzer Messe während der NS-Zeit und beinhaltet den nebenstehenden Text.

1944/45 war dieses Gebäude Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald. Seine Insassen schworen nach ihrer Befreiung „Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ 1986 fand hier der 6.Weltkongress der Vereinigung „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW) statt.“ 1986 wurde nach einem Kongress eine Tafel von den „Internationalen Ärzte gegen den Atomtod“ aufgestellt mit der nebenstehenden Inschrift.

Die Rheinhallen waren 1924 durch die Initiative des damaligen Bürgermeisters Konrad Adenauer entstanden. Zwanzig Jahre später ist er als Gefangener der Gestapo auf dem Messegelände.
Die Messe diente aber nicht nur der Ausstellung sondern auch der Präsentation. So trat Hitler 1932 drei mal in Köln auf und immer in den Messehallen.
In den Jahren ab 1933 veränderte sich das Bild der Messe:
Im April 1933 war die „Deutsche Woche“ angesagt unter dem Motto „Denk Deutsch - Kauf Deutsch“
Im September/ Oktober 1933 präsentierte die Ausstellung: „Gesunde Frau – Gesundes Volk“

Kurz nach dem Einfall auf Polen wurden die Hallen von der Wehrmacht beschlagnahmt und in Kriegsgefangenenlager umfunktioniert, in dem etwa 1.000 Polen und später auch Franzosen zur Arbeit in der Landwirtschaft und in den Industriebetrieben der Stadt gezwungen wurden.

Die großen Betriebe (z.B. KHD, Schütte AG, Auermühlen, Paketpostamt, Vereinigte Stahlwerke AG) hatten ihr eigenes Zwangsarbeiterlager.
Ab 1940 dienten die Messegebäude zudem als Sammellager für die vom benachbarten Bahnhof Deutz ausgehenden Deportationzüge.
Nach dem 1000-Bomber-Angriff auf Köln im Mai 1942 wurden insgesamt ca 6000 Häftlinge des KZ Buchenwald nach Deutz verlegt. Sie wurden gebraucht, um in Köln Trümmer zu beseitigen, Leichen zu bergen und Blindgänger zu entschärfen.

Quelle: Das braune Köln (S. Roeseling, Emons-Verlag, Köln 1999)
Bearbeitet von Min-Soo Chang, Hajar & Vahid Aminirad

zurück