Das Mahnmal am Hansaplatz:

Auf dem Hansaring hinter dem Rest der Stadtmauer ist ein wenig versteckt hinter Büschen die älteste aller Kölner Gedenkstätten für Opfer des Nationalsozialismus. Am 25. Mai 1945 wurden auf dem ehemaligen Gelände des Klingelpütz die Leichen von sechs Männern sowie einer Frau gefunden. Die Personen wurden, so wird angenommen, von der Geheimen Staatspolizei getötet. Zu den weiteren Umständen ist nichts bekannt. Am 3. Juni 1945 wurden sie am Hansaring begraben und eine Gedenktafel mit der Innenschrift: "Hier ruhen sieben Opfer der Gestapo. Dieses Mal erinnere an Deutschlands schandvollste Zeit (1933-1945)." Die Bronzeplastik "Frau mit totem Kind" steht seit dem 22. Mai 1959 neben der Gedenktafel. Diese Plastik des niederländischen Bildhauers Mari Andriessen entstand als Teil des Befreiungsdenkmals für Enschede (1946-1953), deswegen ist diese Statue hier ein zweiter Guß. In den fünfziger Jahren diente der Platz als Ort für die offizielle zentrale Kölner Gedenkfeier am 8. Mai, den Tag des Kriegsendes.

Quelle: "Das Braune Köln". Severin Roeseling. Emon, 1999

Zitiert aus "Skulpturenführer Köln" Helmut Fußbroich, J.P. Bachem Verlag 2000

"Frau mit totem Kind"

"In den Jahren 1946-1953 hat der niederländische Bildhauer Andriessen für Enschede das große Erinnerungsmal 'Konzentrationslager-Häftlinge' geschaffen. ... Von diesem beeindruckenden Ensemble erwarb die Stadt Köln 1958 einen weiteren Guß der 'Frau mit toten Kind'. Seither soll die Plastik die Erinnerung an alle Opfer des NS-Regimes und an die sieben namenlosen Ermordeten wachhalten, deren Gebeine auf dem Gelände des Klingelpütz-Gefängnisses ausgegraben und hier beigesetzt worden sind. ... Aufrecht, den Kopf hoch erhoben steht die Mutter, das Kind diagonal vor sich tragend, in stummem Schmerz erstarrt, auf der Flachen Plinthe. Ihre kräftigen Beine sind im Schritt verharrt, die Andeutung eines bis über die Knie reichenden Gewandes gibt ihr eine stilisierte Zeitlosigkeit und somit ihrer Mahnung über ihre Zeit hinaus Glaubwürdigkeit.



Besuch des Denkmals

Das Mahnmal steht am Rande der Grünanlage des Hansaplatzes. Der Park ist gepflegt und so auch das Denkmal. Um die Gedenktafel und die Bronzeplastik sind Büsche gepflanzt, nur die Vorderseite ist offen. Ein Blumenbeet ist immer frisch bepflanzt und das Mahnmal macht schon von weitem einen ordentlichen Eindruck. Die Gedenktafel ist ein wenig von Flechten und Moos bewachsen und sollte vielleicht einmal gereinigt werden, doch die Inschrift ist noch gut lesbar. Die Gedenkstätte sollte weiterhin gepflegt werden, da sie zum Einen sehr schön ist und zum Anderen auch eine sehr ernste Botschaft hat, sie soll an die schlimmste und schandvollste Zeit Deutschlands erinnern. Diese Gedenkstätte ist im allgemeinen sehr schön und auf jeden Fall einen Besuch wert.