Todesengel


©   Ernst Barlach Lizenzverwaltung Ratzeburg


Seit 1952 hängt in der Antoniterkirche zur Erinnerung an die Gefallenen der beiden Weltkriege der "Schwebende"- oder auch "Todesengel" von Ernst Barlach. Das Original dieser Plastik, die übrigens die Gesichtszüge von Kathe Kollwitz trägt, hing seit 1927 als Mahnmal für die Toten des 1. Weltkriegs im Dom von Güstrow in Mecklenburg. 1936 wurde die Figur von den Nationalsozialisten als "entartete" Kunst abgehängt und später für Kriegszwecke eingeschmolzen. In der Antoniterkirche hängt seit 1952 ein Zweitguß, der nur durch glückliche Umstände die NS-Zeit und den Krieg überstand. Dieser soll nun als Mahnmal für die Toten beider Weltkriege dienen. Der Engel schwebt waagerecht über dem Boden, da er im Gewölbe befestigt ist.
Quelle : Das braune Köln , Emons-Verlag 1999

Zitat aus Skulpturenführer Köln, Bachem-Verlag 2000 :
"Unter dem voll geschlossenen Gewand scheint der Körper entmaterialisiert zu sein, denn an keiner Stelle läßt er sich erahnen. Lediglich das nackte Fußpaar ... zeugt von ihm. ... Ernst Barlach hat ihn einen Engel, ein Geistwesen also, genannt. "Gemeint ist die Seele, die die Last des Leibes und der Erde zurückgelassen hat, doch über dieser Welt noch schwebt.... Die Seele hat ihren Frieden gefunden" (W. Braunsfeld)"