Bahnhof Deutz


Am 9.März 1990 wurde am Auenweg, an der Rückseite des Bahnhofs eine Gedenktafel mit dem Text enthüllt:

„An dieser Stelle war der Aufgang zum Bahnhof Deutz-Tief. Von hier aus wurden 1940/41 mehr als 1.500 Sinti und Roma und seit 1941 über 11.000 Juden in Konzentrationslager deportiert. Zudem wurden die Häftlinge des Messelagers Deutz hier an- und abtransportiert. Über diese Treppe gingen viele Menschen in den Tod.

Da wo heute Sonderzüge und Autoreisezüge durch den Deutzer Bahnhof fahren, fuhren vor 60 Jahren Transportzüge in die KZ und Vernichtungslager. In den Jahren 1940/41 wurden über 1500 Sinti und Roma in die Lager abtransportiert. Ab 1941 wurden auch Juden aus Köln und Umgebung von hier aus deportiert. Eine Liste des NS-Dokumentationszentrum enthält die Namen von 7.000 jüdischen Kölnern, die von Deutz aus in die KZs transportiert wurden. Insgesamt wurden 11.000 Menschen aus dem Umland Kölns bis nach Koblenz von hier aus in den Tod geschickt.
Hausrat und Besitz der Deportierten wurden in den Messehallen gesammelt und auf Versteigerungen den „arischen“ Kölnern zur Verfügung gestellt.
Die „Schriftspur“ vor dem Eingang zum Bahnhof Deutz-Tief erinnert an diese Verbrechen.
Der Kölner Künstler Gunther Demnig hatte im Mai 1990 mit einem Laufrad von Bickendorf, wo die Sinti und Roma am sogenannten Schwarz-Weiß-Platz interniert waren, bis zum Deutzer Bahnhof, von wo aus sie deportiert wurden, eine weiße Schriftspur gezogen mit dem Text:

Da die Schrift mit den Jahren verblaßte, beschloß die Stadtverwaltung im März 1993 an 23 Stellen in der Stadt an diesen Weg zu erinnern. Die ersten Bronzeplatten mit dem Text der Schriftspur wurden vor dem Rathaus, vor dem EL-DE-Haus, vor dem Stadtmuseum und vor dem Polizeipräsidium eingelassen.

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